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Von links nach rechts: Enrique Barbero und Santiago Martínez während der Präsentation der Wirtschaftsprognosen von Ibercaja. Foto: SC / Actualidad Media

Aragon passt seine Wirtschaftswachstumsprognose an: Der Iran-Krieg reduziert die Prognose auf 2,7 %

Die Gemeinschaft passt ihre Wirtschaftsprognosen für 2026 in einem von internationaler Unsicherheit geprägten Kontext an.

Redacción Mittwoch, April 29, 2026 / 09:12

Der Iran-Contra- Konflikt wirkt sich bereits auf die Wirtschaftsprognosen für Aragon aus. Ibercaja hat seine neuen Quartalsprognosen veröffentlicht, die die Region 2026 zu den am stärksten betroffenen zählen lassen . Das Wachstum soll auf 2,7 % sinken , um zwei Zehntel Prozentpunkte, was auf die Bedeutung von Industrie, Transport und Landwirtschaft für die Wirtschaft zurückzuführen ist.

Im übrigen Spanien fällt die Anpassung etwas geringer aus. Die Wachstumsprognose wurde um ein Zehntel Prozentpunkt auf 2,2 % gesenkt. Dennoch wird Aragonien weiterhin über dem nationalen Durchschnitt wachsen , wenn auch in einem unsichereren Umfeld aufgrund des Preiskriegs, der Zinssätze und der wirtschaftlichen Entwicklung.

Laut Enrique Barbero, Direktor für Kommunikation, Marken- und institutionelle Beziehungen bei Ibercaja, „ 
ist die Geopolitik der wichtigste bestimmende Faktor für die wirtschaftliche Lage“, daher wird dieser Kontext die Entwicklung auch in den kommenden Monaten prägen.

In diesem Zusammenhang räumte er ein, dass der Krieg Aragon stärker trifft als andere Regionen. Dennoch betonte er, dass die Region erhebliche Unterstützung genieße, da sie „ dreimal so viele ausländische Direktinvestitionen erhalte, wie ihr aufgrund ihrer Größe zustünden“, was das Wachstum fördere.

Industrielles Gewicht erhöht die Exposition

Der Schlüssel liegt in der Wirtschaftsstruktur. Aragonien ist stärker von Industrie , Transport und Landwirtschaft abhängig als andere Regionen. Santiago Martínez, Leiter der Wirtschafts- und Finanzanalyse bei Ibercaja, hat darauf hingewiesen, dass „ Energiekrisen Regionen mit einer stärkeren industriellen Basis härter treffen “, wodurch Aragonien im Vergleich zu anderen Regionen anfälliger ist.

Das aktuelle Szenario deutet jedoch auf begrenzte Auswirkungen hin, und der Effekt auf das Wachstum ist vernachlässigbar, sofern sich der Konflikt nicht in die Länge zieht oder die Öl- und Gaspreise nicht weiter steigen. Sollte dies eintreten, könnten die Auswirkungen gravierender sein.

Die Prognose für Aragonien bleibt 2027 bei 2,8 %, während sie für Spanien insgesamt auf 1,9 % sinkt. Dies bedeutet, dass die Region voraussichtlich weiterhin schneller wachsen wird, unterstützt durch bereits laufende Investitionen, die sich spürbar auf Wirtschaft und Beschäftigung auswirken.

Sinkende Exporte und Rekorddefizit

Die Daten von 2025 zeichnen ein gemischtes Bild. Aragon wächst, hat aber Probleme im Außenhandel. Einerseits stieg das BIP laut dem aragonesischen Statistikinstitut um 3,0 %, gestützt durch Investitionen und Binnenkonsum. Besonders hervorzuheben sind die Investitionen im Bau- und Maschinenbau mit einem Plus von 9,8 %. Der Außenhandel bremst dieses Wachstum jedoch . Die Exporte sanken um 6,9 %, während die Importe um 15,6 % stiegen. Dies führt zu einem Rekorddefizit von 4,461 Milliarden Euro. Kurz gesagt: Aragon importiert deutlich mehr, als es exportiert.

Die größte Veränderung findet sich im Automobilsektor, der von einem Überschuss zu einem Defizit übergegangen ist . Im Gegensatz dazu weisen Sektoren wie die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sowie die Halbfertigwarenindustrie weiterhin positive Ergebnisse auf. 

BESCHÄFTIGUNG, PREISE UND BEVÖLKERUNG

In Aragon wächst die Beschäftigung , jedoch moderat . Laut der Erhebung zur Erwerbsbevölkerung (EPA) ist die Beschäftigung um 1 % gestiegen, und die Zahl der Sozialversicherungsmitglieder hat um 2 % zugenommen, was etwa 12.000 neuen Arbeitsplätzen entspricht. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8 % und ist damit eine der niedrigsten im Land.

Die Löhne steigen jedoch nur um 1 % und liegen damit unter der Inflationsrate, was die Kaufkraft der Bürger schmälert. Für das Jahr 2026 wird eine leichte Verschlechterung der Arbeitslosigkeit erwartet , die in Aragonien möglicherweise 7,6 % erreichen könnte.

Andererseits steigen die Lebenshaltungskosten weiter . Der Verbraucherpreisindex liegt bei 2,8 %, wobei die Kostensteigerungen vor allem auf Wohnen, Gastgewerbe und Lebensmittel zurückzuführen sind. Betrachtet man den Trend im Zeitverlauf, so sind die Preise seit 2019 um 22 % gestiegen.

Darüber hinaus wächst die Bevölkerung dank der Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte um 1,3 %, während die einheimische Bevölkerung weiter abnimmt, was weiterhin Herausforderungen wie die Überalterung und den Mangel an Arbeitskräften mit sich bringt.

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